Aber fangen wir lieber mal von vorne an...
Von Anfang an war klar, dass ich, sobald ich meine Schullaufbahn beendet habe, ins Ausland und etwas Neues erleben möchte. Da seit dem Sommer mein letztes Schuljahr angebrochen ist, war es an der Zeit, einige weitere Entscheidungen zu treffen. Mein Traumziel war schnell gefunden, denn kein Land reizt und fasziniert mich so sehr wie Island. Somit konnte ich die Frage nach meinem Reiseziel abhaken. Da ich aber nicht nur als Tourist in den kalten Norden möchte und auch vorhabe dort etwas länger zu bleiben, kam mir schließlich die Idee "Work&Travel" während meiner Zeit in Island zu machen. In meinem Fall fällt das "traveln" etwas kürzer aus, aber dazu später mehr.
Gesagt getan; wieder habe ich mich über das Internet auf die Suche nach isländischen Reiterhöfen gemacht und zügig meine Favoriten gefunden. Meine so ziemlich einzigen Kriterien dabei waren: zum einen die Sympathie und zum anderen das persönliche Gefühl.
Nachdem ich meine Top 3 festgelegt hatte, machte ich mich daran meine Bewerbung zu schreiben. Diese enthielt neben meinem Lebenslauf ein persönliches Motivationsschreiben, in welchem ich mehr von mir erzählte und die Gründe nannte, weswegen ich gerne nach Island möchte. Ebenfalls hinzugefügt habe ich meine reiterlichen Abzeichen (auf einem Reiterhof kann das ja nie schaden). Ende Oktober schickte ich die ganzen Bewerbungen los und hatte bereits sehr bald eine Antwort erhalten. Die erste Zusage kam von meinem Top-Favoriten Hof, auf welchen ich am liebsten wollte. Die Freude war natürlich riesig und ich konnte es kaum fassen. Die E-Mail von dem Hof war sehr nett und ausführlich und beim Lesen hatte ich direkt ein gutes Gefühl. Natürlich habe ich direkt zugesagt und somit geht es für mich im Mai in den Westen von Island. Ab da wurde mir bewusst, dass meine Reise immer realer wird.
Zu dem Zeitpunkt kam es mir jedoch vor, als ob alles noch sehr weit in der Zukunft liegen würde, was praktisch gesehen aber nicht der Wahrheit entsprach. Am 3. Januar 2016 buchte ich dann meinen Flug nach Reykjavik und ab diesem Moment gab es ganz offiziell kein zurück mehr. Einerseits war es ein super aufregendes Gefühl und ich konnte es kaum noch erwarten, andererseits wurde mir im selben Moment aber auch bewusst, was diese Flugbuchung bedeutete. Es war das erste Anzeichen dafür, dass ich mein Leben hier in Deutschland erstmal auf Eis legen würde, meine Familie und meine Freunde zurücklassen und mich ganz allein in ein neues Abenteuer stürzen würde. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass diese Tatsache nicht ein wenig Angst oder wenigstens ein komisches Gefühl in mir hervorrufen würde. Auf der anderen Seite aber, ist dieses Erlebnis eine wahnsinnige Gelegenheit, die einem vielleicht nur ein einziges Mal im Leben bereitsteht und einem ganz neue Möglichkeiten eröffnet und einmalige Erfahrungen bereithält. Somit überwiegt im Endeffekt doch die Aufregung und Neugierde, was diese Zeit aus mir und meinem Leben machen wird.